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27.01. 2010 - Aarwangen (CH)

Swiss Olympic selektioniert 13 Bobathletinnen und –athleten für Vancouver 2010

Der Selektionsausschuss von Swiss Olympic hat heute die Selektionen für die Bob-Wettkämpfe bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver bekannt gegeben. Insgesamt umfasst die Bob-Delegation 13 Athletinnen und Athleten sowie ein Ersatzstarter und eine Ersatzstarterin.

Zum Einsatz kommen drei Mannschaften im Zweierbob der Herren und je zwei Mannschaften im Viererbob der Herren und im Zweierbob der Damen. Selektioniert sind folgende Athletinnen und Athleten:

Herren, Zweierbob
SUI I
Ivo Rüegg (Tuggen SZ, 1971)
Cédric Grand (Onex GE, 1976)

SUI II
Beat Hefti (Schwellbrunn AR, 1978)
Thomas Lamparter (Aarwangen BE, 1978)

SUI III
Daniel Schmid (Hägglingen AG, 1976)
Jürg Egger (Farnern BE, 1982)


Herren, Viererbob
SUI I
Ivo Rüegg (Tuggen SZ, 1971)
Roman Handschin ( Amriswil TG, 1982)
Thomas Lamparter (Aarwangen BE, 1978)
Cédric Grand (Onex GE, 1976)

SUI II
Beat Hefti (Schwellbrunn AR, 1978)
Jürg Egger (Farnern BE, 1982)
Alex Baumann (Stein AR, 1985)
Christian Aebli (Seewis GR, 1978)

Ersatz:
Patrick Blöchliger (Eschenbach SG, 1983)

Damen, Zweierbob
SUI I
Sabina Hafner (Liestal BL, 1984)
Caroline Spahni (Biel BE, 1982)

SUI II
Fabienne Meyer (Willisau LU, 1981)
Hanne Schenk (Zürich ZH, 1984)

20.10. 2009 - Aarwangen

Wer wird Lillehammillionär?

1. Warum fährt ein Auto nachts um drei an einer Tankstelle im deutschen Niemandsland rückwärts in das einzige Fahrzeug (nämlich unseren Bus) weit und breit?

A) Es ist Stossstangen-Paarungszeit (Das Auto wurde angelockt vom Brunftschrei unserer Hupe)
B) ???!!!
C) Es ist ein Auto der deutschen Regierung und hat gar keinen Vorwärtsgang (Telefonjoker: Peer Steinbrück)
D) Der Fahrer gehört einer der folgenden (Berufs)Gattungen an: FIFA-Präsident, Tessiner bzw. Zürcher Nationalrat, gescheiterter Sup(i)er(o)star, Rentner mit befreundetem Hausarzt, Aargauer, Frau


2. Wie reagiert man, wenn der Fahrer behauptet, kein Geld bei sich zu haben?

A) Man stellt ihn auf den Kopf und schüttelt
B) Man nimmt ihn als Geisel und ruft Hans-Ruedi Merz an (oder verkauft ihn an Ghaddafi)
C) Man glaubt ihm (er ist schliesslich Ostdeutscher....oder zumindest Osteuropäer)
D) Man umringt ihn zu fünft, setzt den bösen Blick auf, telefoniert mit seinem Chef und wartet, bis es ihm wieder einfällt


3. Warum hob ich vom Bankomat auf der Fähre Norwegische Kronen im Wert von umgerechnet 1000CHF ab?

A) Ich war jung und brauchte das Geld
B) Ich war dumm und rauchte das Geld
C) Ich lernte, dass eine Summe von Nullen gleichwohl gefährlich sein kann (vgl. Politik)
D) Ich habe mich in Sigrid Undset (1862-1949) auf dem „Fem Hundre Kroner“-Schein verliebt


4. Warum fuhren wir bei Ankunft der Fähre in Oslo nicht sogleich vom Ladedeck ab?

A) Batterie leer (Motiv unklar)
B) Kleinhirn leer (Mohtif uncklarr)
C) Ich besass umgerechnet noch 887CHF unkonsumierte Kronen
D) Wir wollten eigentlich in die Karibik


5. Warum fährt man bei einer fünf Zentimeter dicken, gleitfreudigen Schneeschicht ohne Ketten eine 15%-ige Steigung hoch?

A) Man hatte in Physik einen Fensterplatz
B) Man heisst Knight Rider und hat K.I.T.T. als Untersatz
C) Man heisst Meier und hat noch nie („aber no gar nie!“) Ketten montiert und bezwingt jeden Berg!
D) Seit der Französischen Rädolution dürfen nur noch kriminelle, keine freirollenden Räder mehr in Ketten gelegt werden


6. Weshalb hat es uns in Norwegen so gut gefallen?

A) Weil das Bier doppelt so viel Wert hat wie in einer Zürcher Cüplibar
B) Weil das Tempolimit auf norwegischen Autobahnen 80km/h beträgt...
C) ...und man dabei zufällig vorübergehende Norwegerinnen besser betrachten kann
D) Sch...frage!!


Lösungen: 1B, 2D, 3C, 4A, 5C (und wir kamen tatsächlich hoch!), 6D
Autor: Alex Baumann

03.09. 2009 - Aarwangen

Besuch des Hefti-Bobteams bei der Firma Waterjet

Immer wieder gerne statten wir den Firmengebäuden unserer Sponsoren einen Beusch ab. Es ist ungemein interessant zu sehen, wer und welche Arbeit hinter den Aufklebern auf unserem Schlitten im Winter steht. Der Besuch bei der Firma Waterjet in Aarwangen erregte im Speziellen unsere Neugier, wollten wir doch die immense Sprengkraft von Wasser in der Praxis begutachten. Walter Maurer, der Geschäftsführer von Waterjet, riss sich extra einen Vormittag lang von seinen unzähligen Aufgaben los, um uns ausführlich in die Produktionstechnik und Unternehmenstrategie seiner marktführenden Firma einzuführen. Mit grossem Staunen verfolgten wir , wie die unter riesigen Druck gesetzten und mit Sand vermengten Wasserstrahlen scheinbar mühelos durch Stahl und andere Metalle schnitten. Ebenfalls verblüffte uns die immense Präzision, zu der das als unkontrollierbar geltende Element Wasser gezähmt werden kann. Formen und Figuren im Millmeterbereich sind mit der abrasiven Wasserstrahltechnik kein Problem. Kraft, Dynamik und Präzision scheinen nicht nur im Bobsport Erfolgsfaktoren zu sein! Ein Objekt zog uns besonders in seinen Bann. In siebenmonatiger Kleinarbeit entstand ein Modell der Palastanlage vom Sultanat von Oman. Jede architecktonische Eigenheit, jedes Fenster und jede Palme der real 800 auf 800 Meter messenden Anlage war bis ins kleinste Detail orginalgetreu nachgebildet, selbstredend mit vergoldeten Dächern, Oberlichtern aus Kristall und Mauern aus versteinertem Dattelholz!

Das Hefti-Bobteam bedankt sich bei Walter Maurer und allen anderen Mitarbeitern von Waterjet ganz herzlich für den faszinierenden Einblick in die mitreissende Welt der Wasserstrahlen. Wir sind stolz und schätzen uns sehr glücklich, mit Waterjet einen regionalverbunden, innovativen und fortschrittlichen Sponsoringpartner an unserer Seite auf dem Weg nach Vancouver zu wissen!

03.09. 2009 - Aarwange

Projekt "INteam" 1:Jürg ""Miggu" "Don Miguele" Egger






















Zu Beginn die gleiche Frage wie bei Lampi:
Woher kommt eigentlich das Miggu?

Das ist ja von euch! Weil ich mit meinen roten Haaren sehr südländisch aussehe, habt ihr zu eurer grossen Unterhaltung begonnen, mich «Miguele» zu rufen. «Miggu» ist dann einfach die Einbernerung davon.


Ist ja auch witzig! Du lebst im 200-Seelen-Dorf Farnern irgendwo in den Höhlengebieten vom Oberaargau. Was reizt dich an der Provinz?
Den ironischen Unterton eines Appenzellers beim Wort Provinz überhöre ich einfach einmal... Ich kenne jede und jeden im Dorf und das Leben ist viel unaufgeregter als in der Stadt. Ich bin einfach ein Giel vom Land!


Stimmt es, dass du sogar im Burgerrat von Farnern sitzt
Ja.

Und was ist deine Aufgabe darin?
Ich kümmere mich ganz allgemein um das Wohl der Einwohner von Farnern. Konkret bin ich für die Asylgesuche zuständig.


Wieviele Ausländer wollten denn unter deiner Ära bisher nach Farnern kommen?
Keiner... (Anm.: dazu muss man wissen, dass Jürg politisch eher für den harten Kurs beim Immigrationswesen eintritt. Siehe grösste Schwäche...)

Du warst als Kind in der Regionalauswahl im Fussball, galtest als einer der besten Nachwuchstambouren in der Schweiz und gehörtest später dem Nationalkader über 110m Hürden an.
Gibt es etwas, was du nicht kannst?

Ich bin der geborene Praktiker. Das Theoretische macht mir mehr Mühe. Beispielsweise Sprachen und das Computerhandwerk sind nicht unbedingt meine Stärke, aber ich arbeite daran.


Was hat dich als erfolgreicher Hürdenläufer bewogen auf Bob umzusteigen?
Um wirklich an die Spitze zu kommen limitierte mich mein kurzer Körperbau (1.77m) gegenüber den anderen Athleten in Bezug auf Schrittlänge und Hürdenüberquerung. Dazu kamen chronische Schmerzen im Fuss (Arthrose), sodass ich mich nach einer sportlichen Alternative umsehen musste.

Du arbeitest zeitweise in einem Motorrad-Geschäft in Herzogenbuchsee. Fährst du selber auch?
Mein eigene Yamaha habe ich vor der Olympiasaison verkauft, das Risiko bei meinem Fahrstil ist zu gross... Aber durch das Geschäft erhalte ich die Gelegenheit, stets die neusten Modelle testweise auszufahren.


Was ist dein Traum nach deiner Bobkarriere?
Cheftrainer beim SC Bern! Und nach meinem glorreichen Sieg gegen die von Hitch trainierten Davoser im Playoff-Final die Zeitungsschlagzeile: «Bär frisst Murmeltier»! (lacht)


Auf deinem linken Oberarm sieht man alte Narben auf der Haut.
Woher stammen die?

An der Junioren-WM in Igls sassen wir schlecht und im Ziel konnte deshalb die Bremse nicht gezogen werden. Als ich aufstand, um Platz zu schaffen, schlug der Bob mit meinem aufgestützten Ellenbogen gegen die Betonwand. Seitdem ist die Haut etwas verfärbt, aber es spriessen bereits wieder Sommersprossen!


Weshalb hast du gerade zum Hefti-Bobteam gewechselt?
Ich hatte Angebote von allen Teams, doch beim Hefti-Team passte die Chemie auf Anhieb und ich sah für mich die besten Perspektiven. Allerdings auch die grösste Herausforderung, doch ich liebe Hürden...


Du bist der Neuling im Team. Wie haben wir dich aufgenommen?
Ich bin in ein weiches, warmes Nest voll Nächstenliebe, Rücksichtsnahme und Sanftmut gefallen, ein Umfeld, indem der Mensch mehr zählt als die Summe seiner Körperteile. Kurz: ein besseres Team mit schöneren und zuvorkommenderen Mitgliedern kann ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen!

Autor: Alex Baumann

07.08. 2009 - Aarwangen

Projekt "INteam" 1: Thomas ""Lampi"" Lamparter






















Seit wann sagt man dir eigentlich Lampi?
Schon seit der Schulzeit. Es wurde sozusagen vererbt. Auch meinem Vater, Onkel und Bruder sagt man Lampi.


Du hast zuerst Koch in einem Gourmet-Restaurant gelernt, dich dann aber für eine Zweitausbildung als Informatikingenieur entschieden. Wie erklärst du diesen interessanten Werdegang?
Ich hatte schon immer eine Faszination für Technik. Bei der Wahl der Lehre musste ich mich dann zwischen Koch und Radio-/Fernsehelektriker entscheiden. Ich habe die Kochlehre nie bereut, aber als Informatikingenieur versprach ich mir bessere Zukunftsaussichten.


Dann hast du einfach den Kochlöffel an den Nagel gehängt und gegen den Laptop getauscht?
Ich arbeitete noch ca. ein Jahr auf dem Kochberuf. Dann besuchte ich eher zufällig (ich bekam dafür einen Tag frei) einen Informationstag der FH Biel. Das Angebot sprach mich an und Informatikingenieur war die einzige Ausbildung, die man ohne fachspezifische Lehre beginnen konnte.

Wie bist du denn zum Bobsport gekommen?
An irgendeinem Turnfest wurde ich von einem Bobfahrer angesprochen und das Erzählte hat mich sofort gepackt. Danach habe ich mich in einer mutigen Minute bei Martin Annen per Mail selber angeboten. Anfangs durfte ich einfach mit dem Team mittrainieren, doch nach und nach bin ich in das Leistungsvermögen und die Gewichtsklasse der restlichen Mannschaft hineingewachsen.


Dein Bruder Sandro rockt mit seiner Country-Band Slam&Howie die Schweiz (neulich am Open-Air SG). Hast du auch ein musikalisches Talent?
Nein, überhaupt nicht.Es gibt zwar eine dunkle Vergangenheit mit Blockflöte und Klarinette...aber das kommt jetzt nicht ins Interview, oder? (Anm. der Redaktion: es kommt!)

Auf einem Bild sieht man dich als Golfer.
Welches Handicap spielst du?

Mein Handicap ist zu gross für das Golfspielen... Das Bild zeugt von einem einmaligen Versuch in Australien. Ich bin mehr der Minigolfer.


Gerüchten zufolge sollst du ja in einer Villa in Aarwangen leben?
Ach was, es ist ein besseres Gartenhäuschen...
Nächste Frage!

Lampi, was bringt dich auf die Palme?
Solche Fragen wie vorhin und wenn meine Palmen im Garten sterben wie letzte Woche...(seufzt laut auf)!


Deine Vorliebe für Palmen ist legendär. Was fasziniert dich an ihnen?
Sie bringen Südeseefeeling und Ferienstimmung für mein Gartenhäuschen...


Du warst bereits an den Olympischen Spielen in Turin dabei. Was ist nun für Vancouver anders?
Man kann nicht mit dem Auto anreisen... Nein ernsthaft, es ist eigentlich kein grosser Unterschied, die Vorbereitungen verlaufen in etwa gleich. Speziell ist vielleicht, dass es voraussichtlich meine letzten aktiven Olympischen Spiele (im Bob) sein werden. Ich behalte mir aber eine Teilnahme im Minigolf vor, falls es bis London olympisch wird.


Du bist schon 7 Jahre dabei. Was hat sich im Bobsport seitdem verändert?
Die Teammitglieder haben weniger Respekt vor dem Alter (lacht)! Und die Weltspitze ist näher zusammengerückt, viel näher sogar.


Wir sind als Team den ganzen Winter miteinander unterwegs. Geht man sich da nie auf den Geist?
Das kann in seltenen Fällen schon vorkommen, vor allem gegen Ende der Saison. Aber dann sucht man sich halt eine Ausweichmöglichkeit und verschwindet temporär in die Garage, die Sauna oder den Whirlpool.


Mit wem teilst du denn in der Regel das Zimmer?
Sicher nicht mit dir, ich will ja schlafen in der Nacht! Meistens mit Hitch aus dem berühmt-berüchtigten 78er-Bunde.

Autor: Alex Baumann

30.09. 2009 - Aarwangen

Projekt "INteam"

Die journalistische Welt lässt sich bisweilen viel einfallen, um das berühmt-berüchtigte Sommerloch zu stopfen. In diesem Jahr kann günstigerweise eine ominös verstorbene Berühmtheit im Loch begraben werden. Das Motiv wird in Hintergrundsberichten aufgestöbert, die Vergangenheit aufgewühlt, das Grosi befragt und gar der Kühlschrank erklärt sich zum Tatort. Die Medien unterliegen schliesslich der Informationspflicht.

Solchem Enthüllungsjournalismus kann meine Homepage nicht tatenlos zusehen und startet seinerseits ein eigenes Sommer-Special, bei dem die einzelnen Teammitglieder vom Hefti Bobteam in loser Folge der Reihe nach etwas genauer unter die Lupe, ja eher unter das Mikroskop genommen werden. Seelenexhibitionsimus pur. Die Serie wird von unserem Teambeniamin Alex Baumann geschrieben. Namen in Ranglisten werden mit INteam zu Gesichtern und Geschichten. Zu diesem Zweck wurden die Teamkollegen gebeten, Fotos aus Kindheit, Jugend, Prä-Bob-Zeit und der Gegenwart zu senden. Der bildhafte Werdegang zeigt dem Leser eindringlich auf, wie stark der Bobsport befähigt ist, Menschen zu verändern... Eines kann ich Ihnen versprechen: Die "Vorher-Nachher-Reportage" mag nicht so erschreckend, doch mindestens so spektakulär wie bei Jacko sein. In jedem Fall ist es beste Unterhaltung! Viel Spass bei der Entdeckung des Hefti-Bobteams!

Autor: Alex Baumann

10.07. 2009 - Hollywood/Aarwangen

Der Werbespot, bei welchem Beat und ich im Mai in Hollywood mitgespielt haben, läuft nun auf dem Sport Fernsehsender ESPN.com in den USA.

10.06. 2009 - Aarwangen

Der Palminator

Ist es aktiv gelebte Dankbarkeit für die tiefen Lohnkosten beim Bau der Alpentunnels? Ist es der bemerkenswert immigrantenfreundliche Präsident? Ist es die Sprache, bei der selbst das Wort Essig wie Balsam auf der Seele zergeht? Oder ist es am Ende doch der Verdruss an schmackhaftem, gesalzenem Brot? Was treibt die Helvetier Jahr für Jahr wie die Lemminge aus ihrem Réduit ins gelobte Land im Süden? Kann das Gras in Italien aufgrund der klimatischen Verhältnisse überhaupt grüner sein als bei uns? Fragen über Fragen und alles ohne Gewinnchance. Jedenfalls gefiel sich das pittoreske Andora (nicht Andorra) an der Riviera bei unserer Ankunft im romantischen Abendlicht. Doch hatten wir für die exquisite Schönheit des Ortes nicht viel übrig. Vielmehr erlagen wir dem Charme roter Tartanbahnen und dem würzigen Duft verschwitzter Körper im Kraftraum. Nur in der Freizeit gingen wir dahin und meerten uns.

Doch leider verlief das Trainingslager nicht so reibungslos wie es die obigen Worte erahnen lassen. Lampi wurde Opfer des ausserordentlich heimtückischen Virus Palmaceae Aarwangii (die Krankhet wird in Anlehnung an andere Pandemien im Laienmund auch einfach Palmengrippe genannt). Das Virus infiltriert das Zentralnervensystem und dringt über den vorderen Hirnkortex ins Sprachzentrum ein, um sich dort unkontrolliert zu vermehren. Die primäre Pathologie dieser grässlichen Plage ist die Verknappung des Vokabulars auf die Brachylogien „Palme“, „schön“ und „mit nach Hause nehmen“. Als sekundäre Symptome treten soziale Isolation bis hin zu kompletter Interaktionsverweigerung des Umfelds ein. Durch diesen selbstverschuldeten Quarantänezustand gebot Palmaceae Aarwangii seiner Verbreitung aber erfolgreich selber Einhalt. Es scheint sich also zur Beruhigung der WHO nicht um einen besonders „intelligenten“ Erreger zu handeln. In grosser Ehrfurcht bedankt sich das Team bei Lampis Zimmerkollegen Hitch bzw. Dr. Prättigau (wie ihn seine Patienten nennen), der sich für einmal nicht als Date- sonder als Virendoktor profilieren konnte.

Ein solches Trainingslager mit seiner unausweichlichen Nähe von Menschen offenbart so manch sonderbare Neigung. Denn nicht nur die Palmophilen sondern auch die Parmesanophilen fristen im Team ihr latentes Dasein. Phantasie ist etwas, das sich viele nicht vorstellen können; nicht so unser neuestes Teammitglied. Jürg „Miggu“ bzw. „Mighty Mouse“ Egger verblüffte das versammelte Kader durch den trockenen Verzehr von 600g geriebenem Parmesan in sagenhaften 3.57 Minuten und erntete dafür ein dreifaches Käsehoch. (Um beim Leser eine nachvollziehbare Verstörung zu präventieren, sei erwähnt, dass solches Verhalten meist in gewissen finanziellen Anreizen seinen Hintergrund findet) Wetten, dass solch göttlicher Schalk nicht unbemerkt bleibt.

Man nehme fünf Bobfahrer, zwei Velos und ein Auto. Was wie eine PISA-Aufgabe klingt entpuppte sich im Zuge des Teambuildings auch als solche, denn wie bewältigt man mit bescheidenen Ausdauerressourcen eine Art Ligurischer Alp d’Huez? Doch irgendwie gelang die Lösung dieses mathematischen Kunststücks. Laute Unruhe entstand, als publik wurde, dass die Siegermannschaft die Etappe mit beachtlichem Zeitvorsprung gewonnen hatte. Beschuldigungen des unlauteren Wettbewerb und der Erschleichung von Leistungen wechselten ab mit Hinweisen auf die herausragende Kondition der Gruppenteilnehmer (unter denen sich auch unser Pilot befand). Bevor vollends Banlieu-Stimmung aufkam, endete die Diskussion schliesslich in der adäquaten Kausalität, dass der Radsport noch nie sauber gewesen ist und der Sieg somit im Sinne des Gewohnheitsrechts rechtmässig errungen wurde. Präferenzfälle gibt es zu Genüge.

Eine viel einfachere Rechnung ergibt sich aus der Summe fünf postpubertärer Bobfahrern und einem Aquapark. Und wenn dann eine Bahn noch über eine Zeitmessung inkl. öffentlicher Anzeigetafel verfügt , kann als grobe Schätzung einfach stundenlanges Rutschen gepaart mit unbändigem Siegeswillen angenommen werden. Die fragenden Gesichter der restlichen Badbesucher zwischen fünf und zwölf liessen darauf schliessen, dass sie uns für Ausflugsteilnehmer irgendeiner sozialnützigen Stiftung hielten. Für den Rekord wurden alle denkbaren (und undenkbaren) Gleitvarianten versucht, wobei einige aus sittenrechtlichen Gründen nicht näher erläutert werden können (Ich halte es mit Heini Böll, dass Schweigen ein schwer zu widerlegendes Argument ist...). Schliesslich entschied Lampi mit seiner aerodynamischen Körperform das Rennen für sich. Gerüchten zufolge hat ihn BMW Sauber bereits zu Versuchsreihen im Windkanal eingeladen.

Am Ende des Trainingslagers stand der Besuch beim Ausserrhoder Panzersappeurbataillon 11 in Hongrin, die für uns unter unvorstellbarem Aufwand eine vereisbare Anschiebbahn in Andermatt erbauen (Vielen Dank an dieser Stelle!). Die Demonstration der riesigen und 2000 PS-starken Raupengeräte liess manche Männerphantasie wahrer und manches Gehör tauber werden. Man wähnte sich auf Safari, so viele Leoparde, Büffel und sonstige hohe Tiere an uns vorbeidefilierten. Anhand solch synergetischer Zusammenarbeit im VBS (vier im Team gehören dem B an) dürfte im Departement von Bundesrat Maurer (für Miggu ist es natürlich der Ueli, nachdem er ihm an einem Anlass in Magglingen in der ihm eigenen Demut das Du angeboten hat) grosse Freude geherrscht haben.

So liebe Kinder, damit verabschiedet sich die Sagen- und Märchenstunde ins Reich der Träume. Wir sehen uns...

Autor: Alex Baumann

18.05. 2009 - Hollywood

Unser Hollywood Abenteuer startete am Montag Morgen um 7.30 Uhr mit dem Flug von Zürich nach Paris. Von dort aus genossen wir unseren Business Class Flug mit der Air France nach Los Angeles. Am Flughafen wurden wir von einem Chauffeur direkt ins Roosevelt Hotel in Hollywood gefahren wo wir uns kurz erholen konnten, bevor wir in die Universal Studios chauffiert wurden. Im Studio 42 erwartete uns bereits die Film Crew und alle waren gespannt als wir unseren Bob aus dem Container schoben. Unverkennbar war, dass die Amis mit unserer Sportart nicht sehr vertraut sind. Nach einigen Informationen zum Ablauf der Dreharbeiten der kommenden drei Tage wurden wir zurück ins Hotel gefahren, wo wir ein feines Steak genossen. Nach einem langen Tag legten wir uns relativ früh zu Bett. Wegen der Zeitverschiebung meldeten sich unsere Körper schon zeitig mit einem unangenehmen Hungergefühl. Somit blieb uns nichts anderes übrig, als eine Ami-Frühstück im 24 Stunden Restaurant einzunehmen. Um 7.00 Uhr schnappten wir uns dann ein Taxi, mit welchem wir eine kleine Sightseeing Tour durch Hollywood, Beverly Hills bis nach Santa Monica machten. Zurück im Hotel schoben wir eine Trainingseinheit im hoteleigenen Fitnesscenter ein, bevor wir uns einen Lunch am Hotelpool gönnten. Der Nachmittag stand voll und ganz im Zeichen der Erholung. Nach einer Outdoor-Massage und einem Schönheitsschlaf machten wir uns gegen Abend erneut auf den Weg in die Universal Studios um den Bob auf die nachgebaute Bobbahn zu hieven und erste Tests zu vollziehen. Den Abend liessen wir erneut im Stakehouse ausklingen. Am Mittwoch war Drehtag. Die Produktionsfirma bestellte uns auf 7.30 Uhr an den Set. Der Morgen gestaltete sich jedoch eher langweilig, da die Dreharbeiten zu unserem teil des Werbespots dann erst um 11.00 Uhr los gingen. In der Zwischenzeit waren dann auch Brock Kreizburg und Cory Butner vom US Bobteam in den Universal Studios angekommen. Sie wurden engagiert um mit uns die 4er Bob Szene zu drehen. Wir waren sehr froh, dass zwei erfahrene Bobathleten anstelle von Schauspielern verpflichtet wurden, da wir beim drehen innert kurzer Zeit in den Bob einsteigen mussten. Der Dreh für unsere ca. 5 sekündige Aufnahme dauerte dann ca. 1,5 Stunden und war doch relativ anstrengend. Mit Helm und Rennanzug und den vielen Scheinwerfern wurde es schnell heiss und der Regisseur verlangte von uns verschiedene Varianten vom Startvorgang bei dem wir jedes Mal komplett in den Bob einsteigen mussten. Am Ende der Dreharbeiten wurden wir mit einem feinen Lunch belohnt. Am Nachmittag besuchten wir den Universal Studios Touristenpark und verpackten unseren Bob wieder im Container. Wie jeden Abend genossen wir auch am Mittwoch ein feines US-Steak und besuchten zum Abschluss unseres USA Kurztrips eine Bar. Den Donnerstag Morgen verbrachten wir mit einer Einheit im Fitnesscenter. Bereits um 12.00 Uhr wurden wir abgeholt und zum Flughafen gebracht. Nach einigen nervenaufreibenden Sicherheitschecks konnten wir um 15.30 Uhr den Flieger besteigen und traffen um 14.30 Uhr in Zürich ein. Wohlgemerkt erlebten wir wiederum einen äusserst angenehmen Flug in der Business Class. Zusammengefasst war es eine tolle Erfahrung und eine einmalige Sache in Hollywood als „Schauspieler“ Filmluft zu schnuppern.

15.02. 2009 - Park City (USA)

Das Schweigen der Besen

Wie nennt ein kreativer Purist eine an einen Salzsee anrainende Stadt? Salt Lake City natürlich. Hier fanden vor 150 Jahren die aus dem Osten vertriebenen Mormonen (nicht Schoschonen) Zuflucht, Schnee, Salz und Polygamie. Allerdings treibt es uns noch weiter in Berge der Wasatchkette bis nach Park City auf 2130 Metern über Meer, wo 2002 die Olympischen Spiele ausgetragen wurden.

Bereits am ersten Tag sorgten wir schon für actionreiche Kost. Die Nacht hatte der Strasse eine vaselinfeine Schneedecke beschert. Arglos und den Verhältnissen angepasst glitten wir auf Intermediate-Reifen friedlich die Serpentine herab, als ein lettischer Kampffahrer in horrendem Tempo die Strasse hochjagte und offensichtlich das Mittelmass verloren hatte. Bereits wurden im Wagen einige kritische Stimmen über den Ausgang laut („da längt nümm!“). Andere, insbesondere der Fahrer, glaubten noch an ein gutes Ende. Bevor die Abstimmung zur Urne gelangen konnte, waren wir unverschuldet im Gesäss des lettischen Kampffahrzeugs versenkt, worauf die Lichter (links vorne) ausgingen. So läuft das in Schalt Late City!

Petrus scheint mit zunehmenden Alter an Entschlusskraft verloren zu haben und so zappte er während den Trainingsläufen zwischen Schnee und Sonne hin und her. Das Zweierrennen fiel dann aber erfreulicherweise in den Schönwetterzyklus. Lampi (der sagenumwobene Host dieser Page) und Beat erfüllten die in sie gesetzten Hoffnungen, den Gesamtweltcup zu gewinnen und ritten mit ihrem Goldesel auf den dritten Platz.

Am Vierer-Nachholrennen von Cesana durfte der Aarwangener Don Quijote seine Segel streichen und die arg gebeutelten Mühlen ruhen lassen. Die verbliebenen Sancho Panzas mühlten hingegen mit Erfolg wie verrückt um die beste Startzeit. Fast wäre mit dem gewonnenen Mehl der Kuchen aufgegangen, doch leider blieb uns am Schluss nur der Teig in Form eines undankbaren, in der Gesamtbetrachtung dennoch hervorragenden, 4. Ranges.

War die fehlende Hefe im ersten Viererrennen noch das Glück, personifizierte sie sich im zweiten als amerikanische Besenmannschaft. Als Startnummer 1 liessen sie uns im lebhaften Schneetreiben geschlagene fünf Minuten herumfurieusieren (vom Französischen furieux ins Deutsche transponiert, soll es den aggressiv-motivierten Zustand vor dem Start beschreiben), um sich stielsicher ihrer Wischarbeit zu verweigern. Nebst den Hausbesitzern scheint auch die amerikanische Fairness nicht mehr kreditfähig zu sein. Im zweiten Lauf starteten wir dann bei gewischter Unterlage und einem Aggressionspotential von Walliser Kampfkühen auch bloss einen Zehntel schneller, verpassten aber das Podest trotzdem um neun Hundertstel. Eigentlich müsste die UBS jetzt neun Hundertstel ihrer Boni an uns auszahlen, doch Undank ist der Welten Lohn.

Gesamtweltcupsieger Zweier, Gesamtweltcupzweiter Kombiantion, Gesamtweltcupsiebter Vierer. Es gibt schlechtere Einstände und hernach bessere Zustände.

Autor: Alex Baumann

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